Sicherheit durch Präsenz – am Beispiel der Stadtpolizei in Frankfurt am Main

Die Grünanlage zwischen Bahnhof und Dalbergkreisel im Frankfurter Stadtteil Höchst war mal ein markanter Treffpunkt für Obdachlose, Bettler und die Drogenszene. Darauf haben sowohl Landes- und Stadtpolizei reagiert. Und zumindest Stadtpolizei und der Ordnungsdezernent der Stadt Frankfurt am Main, Markus Frank, finden, dass sich die Lage in der Bruno-Asch-Anlage entspannt habe.

Zu 325 Kontrollen ist die Stadtpolizei von September 2017 bis Dezember 2018 in die Anlage aufgebrochen. Meist ist nach jeder Runde auch die Landespolizei vor Ort gewesen. Da zählen die normalen Streifen nicht einmal dazu. Immerhin unterhält die Stadtpolizei eine eigene Wache an der Albanusstraße 38, berichtet George Grodensky in seinem Artikel Sicherheit durch Präsenz.

„Präsenz zeigen ist wichtig“, so kann man den Kern des Konzepts zusammenfassen. »Die Wache ist Montag bis Freitag von 7 bis 20 Uhr besetzt. An 249 Tagen im Jahr, so weist es die Statistik aus. 3000 Bürger sind vorstellig geworden, um Hinweise zu geben oder Anzeige zu erstatten. „Ansprechbar sein.“ Auch das ist wichtig, sagt Frank. Nicht nur um den Bürgern ein Gefühl von Sicherheit zu geben, auch, weil die Polizei angewiesen ist auf Hinweise aus der Bevölkerung.«

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Die Armut in der Stadt – auch ein Thema der inneren Sicherheit

Viele Sozialwissenschaftler, die sich mit Armutsfragen und Stadtentwicklung beschäftigen, weisen seit Jahren darauf hin, dass wir in vielen Großstädten eine zunehmende und sich beschleunigende Polarisierung dergestalt beobachten müssen, dass sich die Menschen voneinander separieren. Hier die Viertel der Mittel. und Oberschicht, dort die Quartiere, in denen sich viele Menschen konzentrieren, die mit wenig Geld auskommen müssen, von denen viele auf Hartz IV oder andere Transferleistungen angewiesen sind. In die oftmals Menschen mit Migrationshintergrund ziehen, die woanders keine Wohnungen finden können. Und in denen viele Kinder aufwachsen. Unter wahrlich schweren Bedingungen.

Damit beschäftigt sich diese ZDF-Dokumentation, in der auch ein Vertreter vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) sowie zwei Stadtteil-Polizisten zu Wort kommen. Hier kann man sich in der Mediathek des ZDF das Video anschauen*:

➔ Arme Stadt, reiche Stadt. Wo die Armut wohnt (ZDFinfo, 06.03.2019): »Die räumliche Trennung von Arm und Reich nimmt in fast allen deutschen Städten zu. Menschen mit wenig Einkommen ballen sich in einzelnen Wohnbezirken. Daraus resultieren viele Probleme. Soziologen sind sich einig, dass das Umfeld auf das eigene Verhalten stark abfärbt. Insbesondere Kinder leiden darunter. Deshalb fordern Experten mehr Hilfen für Schulen in Armutsvierteln. Nur so ließen sich später ein Abrutschen in die Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Perspektivlosigkeit verhindern. Der Film zeigt die Situation in Köln, Bremen und Halle an der Saale.«

*) Laut Angaben des ZDF Video verfügbar bis 05.03.2020

Problemhäuser – mehr als eine kommunale Herausforderung

Ein Thema, das bei den 2. Sicherheitsgesprächen am Deutschen Eck – der #SIKO17 am 27. November 2017 in Koblenz – in einem eigenen Forum behandelt wird, ist der Umgang mit Problemhäusern. Christian Kromberg, der Geschäftsbereichsvorstand des Dezernats „Allgemeine Verwaltung, Recht, öffentliche Sicherheit und Ordnung“ der Stadtverwaltung Essen, wird dort zum Thema „Zusammen sind wir stark. Kooperatives Verwaltungshandeln am Beispiel des Umgangs mit Problemhäusern“ vortragen und diskutieren.

Erst vor wenigen Tagen konnte man diese Meldung lesen: Razzia in Schrottimmobilien in Essen. Die »Stadt Essen (hat) in Zusammenarbeit mit der Polizei insgesamt sieben sogenannte Schrottimmobilien durchsucht. Gemeldet sind in den Häusern im Stadtteil Bochold rund 200 Menschen. 68 Personen wurden dort nicht angetroffen, teilte die Stadt mit. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass auch nicht gemeldete Personen dort scheinbar wohnen. Festgestellt wurde, dass die Häuser zum Teil nicht mehr beheizbar waren. Außerdem sollen sie so stark von Schädlingen und Schimmel befallen sein, dass sie nicht mehr bewohnt werden können.«

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Die Jugendgewalt ging zurück und hat sich an den Stadtrand verschoben. Das mit dem Stadtrand und den Großsiedlungen bleibt, aber sie steigt wieder. Das Beispiel Berlin

Seit mehreren Jahren wird in dem Blog Aktuelle Sozialpolitik über unterschiedliche Themen mit sozialpolitischer Bedeutung berichtet – und hin und wieder sollte man ältere Beiträge wieder aufrufen und überprüfen, ob das, was dort berichtet wurde, weiter Bestand hat. Das gilt beispielsweise für ein Thema von an sich hoher gesellschaftlicher Relevanz und Brisanz, das aber wenn überhaupt nur punktuell und dann in aller Regel skandalisierend (und die Unsicherheitsgefühle verstärkend) aufgerufen wird in den Medien: Jugendgewalt.

Viele werden sich erinnern, dass die immer dann bis in die Talk-Shows hochgezogen wird, wenn irgendwo ein schrecklicher Einzelfall passiert ist, den man dann zu bearbeiten versucht. Bei vielen Menschen bleibt dann hängen, dass wir in gefährlichen Zeiten leben und irgendwie alles schlimmer wird.

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Wenn der öffentliche Raum zu einem Angstraum (gemacht) wird. Das Beispiel Ebertplatz in Köln

Das Thema Sicherheit und Unsicherheit im öffentlichen Raum ist auch eines, das auf der #SIKO17 angesprochen wird. Man sollte nicht unterschätzen, wie das, was und wie die Bürger beispielsweise öffentliche Plätze wahrnehmen, wirkt.

In den vergangenen Wochen gab es beispielsweise zahlreiche Berichte über Obdachlose, die in Berlin Grünanlagen für ihre Schlafstätten okkupiert hatten. Und über den Alexanderplatz in Berlin wurde hier ja schon berichtet – vgl. dazu den Beitrag Das eine tun und das andere nicht lassen. Polizei und Sozialarbeit am Beispiel des „gefährlichsten Ortes“ in Berlin vom 7. November 2017.

Und aus Köln wird seit längerem – zumeist sehr negativ – von den Entwicklungen auf und um den Ebertplatz in der Nähe des Hauptbahnhofs berichtet:
»Der Kölner Ebertplatz ist ein Treffpunkt von Dealern, Obdachlosen und Krawallmachern. Politiker wollen eine Mauer bauen, Künstler das Leben auf den Platz zurückholen«, so Christian Barth in seinem Artikel Ebertplatz in Köln: Gegen die Angst. Und die Beschreibung liest sich wie ein Polizeibericht.

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