Wohnungseinbrüche – zwischen den großen Zahlen und dem langen Leiden vieler Opfer

Wohnungseinbrüche sind nicht nur zahlenmäßig bedeutsam, sie haben auch eine verheerende Wirkung auf die (Un)Sicherheitsgefühle der Menschen. Nach Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik wurde 2016 rund 151.000-mal eingebrochen. 2015 zählte die Polizei noch 167.000 Wohnungseinbruchdiebstähle. Auch wenn für 2016 ein Rückgang zu verzeichnen ist, liegt die Zahl der Einbrüche immer noch deutlich höher als vor zehn Jahren: 2006 wurde „nur“ rund 106.000-mal eingebrochen. Auch die Aufklärungsquote ist bei Wohnungseinbrüchen nach wie vor niedrig. Im Bundesdurchschnitt liegt sie bei unter 20 Prozent. Noch schlimmer sehen die Zahlen bei der Strafverfolgung der Täter aus: Noch nicht einmal drei Prozent aller Täter werden verurteilt.

Seit Jahren machen Politiker und Experten osteuropäische Banden für den zwischenzeitlich enormen Zuwachs bei Einbrüchen in Deutschland verantwortlich – auch wenn die offizielle Statistik kaum Zahlen liefert. Allerdings gibt es neuerdings Zweifel an dieser These. Dass ausländische Täter in erster Linie Osteuropäer seien, die „in festen Bandenstrukturen durch Deutschland ziehen“, werde „nicht durch die Daten gestützt“. Das zumindest behauptet eine neue Studie.
Es handelt sich hierbei um eine Untersuchung aus dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN). Das KFN hat von April 2016 bis Mai 2017 ein Forschungsprojekt zum Phänomen der reisenden und zugereisten Einbruchstäter durchgeführt. Im Rahmen der Forschung wurden 30 Interviews mit inhaftierten Einbruchstätern geführt, die kurzzeitig nach Deutschland kamen um Einbrüche zu begehen (sogenannte reisende Täter) und solchen, die nach kurzer Zeit nach ihrem Zuzug nach Deutschland Einbrüche begingen (sogenannte zugereiste Täter). Bei den Interviewpartnern handelt es sich um verurteilte erwachsene Täter, die mehrjährige Haftstrafen verbüßen. Die Interviews wurden deutschlandweit in Justizvollzugsanstalten geführt, berichtet das KFN unter der Überschrift Forschungsbericht zu reisenden Tätern des Wohnungseinbruchs veröffentlicht

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