Bekämpfung der Clan-Kriminalität: Zwischen Aufbruchstimmung und Frustrationen im Alltag jenseits der medialen Inszenierungen, aber auch eine gewichtige Abneigung gegen Clan-Kriminalisten

Über das Thema Clan-Kriminalität wurde hier ja bereits mehrfach berichtet, zuletzt in den Beiträgen Was tun gegen Clan-Kriminalität? vom 31.01.2019 sowie Arabische Clans. Eine unterschätze Gefahr, meint Ralph Ghadban. Ein Buch mit viel Resonanz, aber auch Kritik vom 25.01.2019. Das Thema bewegt die Medien, die Menschen und natürlich auch die Polizei in vielerlei Hinsicht. Erkennbar sind zunehmende Bemühungen, in diesem Bereich aktiv zu werden – wobei das von eher medialen Inszenierungen bis hin zu handfester und energischer, aber eben auch langwieriger und mit vielen Rückschritten versehener Ermittlungsarbeit reichen kann.

Zumindest stößt die offensichtliche Erhöhung des Aktivitätsniveaus auf Wohlwollen in einem großen Teil der Berichterstattung. Stellvertretend dafür der Kommentar von Hannes Heine unter der Überschrift Endlich geht Berlin gegen kriminelle Clans vor: »Einschlägige arabische Clans wurden lange in Ruhe gelassen. Das ist vorbei – und nützt allen.« Und weiter: »Jahrzehnte lang hatten Polizisten, aber auch Sozialarbeiter, Lehrer, Hausverwalter eher im kleinen Kreis darüber gesprochen, dass sich Männer aus den immer selben arabischen Familien an keine Regel zu halten scheinen. Dass sie das Sozialwesen, den Rechtsstaat, die offene Gesellschaft verspotten – deren Vorzüge aber nutzen. Die Familien fielen früh auf, weil sie mit anderen Einwanderern wenig gemeinsam hatten: zu traditionell ihr Rollenverständnis, zu brutal ihr Territorialanspruch.Aus Angst vor Rassismusvorwürfen sahen trotzdem viele weg. Vorbei. In Berlin und NRW trafen sich Politiker und Ermittler zu sogenannten Clan-Gipfeln, in Bremen steht einer an … während nicht mal vier Prozent der Berliner arabischer Herkunft sind, berichten Staatsanwälte, 20 Prozent der Verdächtigen in Fällen organisierter Kriminalität gehörten bekannten Clans an.«

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Was tun gegen Clan-Kriminalität?

In Essen beraten Experten, was gegen die Kriminalität arabischer Großfamilien zu tun ist. Das Ruhrgebiet ist neben Berlin und Bremen am meisten betroffen. Darüber informiert dieser Artikel mit der effektheischenden Überschrift Im Griff der Clans. Die Ausgangsbeobachtung von Hannes Heine ist ja durchaus zutreffend hinsichtlich der öffentlichen Wahrnehmung des seit Jahren schwelenden Themas:

»Seit Monaten vergeht in Deutschland kaum ein Tag, an dem Polizisten nicht gegen Männer einschlägiger Clans vorgehen. Vermummte Spezialkräfte treten die Türen von Wohnungen, Shisha-Bars, Autovermietungen ein, Staatsanwälte beschlagnahmen Waffen, Drogen, Bargeld, woraufhin Ermittlungsrichter öfter als früher Untersuchungshaft für Verdächtige anordnen. Neben Berlin und Bremen sind meist Orte im Ruhrgebiet betroffen.« Dazu als ein Beispiel von vielen der Bericht Mit 1300 Polizisten gegen kriminelle Clans vom 12. Januar 2019: »Ein beliebter Zeitpunkt für Polizeirazzien ist der frühe Morgen, dann, wenn die Verdächtigen noch schlafen, vom Einsatz überrascht werden und, so hoffen es die Fahnder, nicht so schnell Widerstand leisten können. Doch in diesem Fall rückt die Polizei am Samstagabend an – genau zu der Zeit, in der besonders viele Kunden kommen und es die Betreiber der durchsuchten Lokalitäten empfindlich trifft. In mehreren Städten des Ruhrgebietes haben die Beamten Shisha-Bars, Cafés, Spielhallen und Wettbüros durchsucht.«

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Arabische Clans. Eine unterschätze Gefahr, meint Ralph Ghadban. Ein Buch mit viel Resonanz, aber auch Kritik

Das Thema „Clan-Kriminalität“ hat ja seit einiger Zeit Hochkonjunktur, nicht nur in den Medien. Auch das Bundeskriminalamt hat sich vor kurzem zu dem Thema geäußert: BKA will Clan-Kriminalität stärker ins Visier nehmen. Das Bundeskriminalamt (BKA) will die Verbrechen von türkisch- und arabischstämmigen Clans in Deutschland genauer ins Visier nehmen. Im nächsten Bundeslagebild zur Organisierten Kriminalität werde es erstmals ein Kapitel geben mit dem Titel „Kriminelle Mitglieder von Großfamilien ethnisch abgeschotteter Subkulturen“, so wird eine BKA-Sprecherin zitiert.

»Nach Angaben des BKA geht von kriminellen Clans mit ausländischen Wurzeln eine Bedrohung aus. „Die Kriminalität von Angehörigen türkisch- und arabischstämmiger Großfamilien zeichnet sich durch eine grundsätzlich ethnisch abgeschottete Familienstruktur aus, die unter Missachtung der vorherrschenden staatlichen Strukturen, deren Werteverständnis und Rechtsordnung eine eigene, streng hierarchische, delinquente Subkultur bildet“, sagte die Sprecherin. In den bisherigen Lagebildern habe man das Thema nur gestreift.«

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