Cyberkriminalität – die Betrugsmaschen werden immer ausgeklügelter

Allein in München wurden in den vergangenen drei Monaten 15 Münchner Firmen durch Cyberkriminalität um insgesamt eine halbe Million Euro gebracht. Die Polizei ist bei den kriminellen Machenschaften bislang oftmals machtlos. Aus welchen Ländern die Täter operieren, ist bislang laut Polizei ebenfalls unklar. Darüber berichtet Thomas Anlauf unter der Überschrift Hacker erbeuten bei Firmen eine halbe Million Euro in der Süddeutschen Zeitung.

»Es ist ein raffinierter Trick, auf den selbst größere Firmen hereinfallen und um viel Geld betrogen werden. International agierende Betrüger verschaffen sich vermutlich mit Phishing-Mails Zugang zu Mail-Accounts von Unternehmen und leiten dann in einer ausgeklügelten Aktion Geld auf ihre Konten.« Aber wie läuft das genau ab?

Das Fachdezernat für Cyberkriminalität des Polizeipräsidiums München erläutert das Vorgehen der Kriminellen:

»Zunächst spähen die Täter die Zugangsdaten zu einem Mail-Account eines Unternehmens aus, sodass es ihnen möglich ist, den E-Mail-Verkehr mitzulesen. Wenn eine größere Überweisung an einen ausländischen Vertragspartner ansteht, nehmen die Hacker unter ähnlich klingenden E-Mail-Adressen Kontakt zu dem Unternehmen auf, das demnächst eine Summe überweisen wird. Dann teilen sie der Firma mit, dass sich aus steuerrechtlichen Gründen oder Ähnlichem die Kontoverbindung geändert hat und geben ein neues Konto an. Die Täter gehen sogar so weit, dass sie mit beiden Vertragspartnern Kontakt aufnehmen und sich so bei der Kommunikation dazwischen schalten, damit keiner der Partner Verdacht schöpft. Sogar nach der erfolgreichen Überweisung auf das Konto der Betrüger halten diese den Kontakt aufrecht, um genügend Zeit zu haben, das ergaunerte Geld weiter zu transferieren und so verschwinden zu lassen.«

Aus welchen Ländern die Täter operieren, ist bislang laut Polizei völlig unklar. Sicher ist nur, dass sie ausschließlich international tätige Firmen angreifen.

In einem der Münchner Fälle müssen die Betrüger ein Konto in China haben, auf das die zwischen den Unternehmen vereinbarte Summe überwiesen wird. Was aber nicht auch zwangsläufig bedeuten muss, dass die Täter auch in China sein müssen. Es gibt auch Fälle, »in denen hohe Summen nach Serbien und Polen überwiesen wurden, auch drei IP-Adressen aus Nigeria wurden von den Münchner Cyber-Cops mittlerweile gefunden.«

Die Betrugsmasche ist der Polizei seit 2014 bekannt, doch derzeit häufen sich die Fälle in München deutlich.