So viele Polizisten wie noch nie, sagen die einen. „Die Lage ist miserabel“, sagen die anderen

Überstunden, schlechte bezahlte Nachtschichten, unterbesetzte Reviere, Polizisten an der Belastungsgrenze – die Situation der Polizei in Baden-Württemberg sei miserabel, kritisiert Hans-Jürgen Kirstein, der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Baden-Württemberg. So berichtet das der SWR unter der Überschrift: „Die Lage ist miserabel“.

»Von 2001 bis 2006 habe man das Personal so weit runtergefahren, dass man jetzt das Problem habe, dass gar nicht so viele Polizisten auf der Straße unterwegs seien, wie für die innere Sicherheit nötig wären.«

Auf der Landes- und Bundesebene wolle man vermeiden, dem Bürger zu vermitteln, dass man die Situation nicht im Griff habe, stattdessen würden Zahlen schön gerechnet, so die harte Kritik des Polizei-Gewerkschafters.

Auf der anderen Seite stehen Meldungen, »dass die Zahl der Polizisten in Deutschland mit und 274.500 Beamten einen Höchststand seit mehr als 20 Jahren erreicht habe.

Demnach stieg sowohl die Zahl der Bundespolizisten als auch die Zahl der Polizisten in den Ländern – besonders stark in Baden-Württemberg. Hier gibt es laut der Deutschen Presse-Agentur mehr als 24.000 Polizeibeamte und 5.000 weitere Mitarbeiter im Polizeidienst.«

In Baden-Württemberg gibt es mehr als 24.000 Polizeibeamte und 5.000 weitere Mitarbeiter im Polizeidienst.

Die derzeitige grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg wirke der Misere zwar mit der Einstellung von zusätzlich 900 Polizeiauszubildenden und 600 Tarifbeschäftigten entgegen. „Bis aber die 900 Polizisten ausgebildet sind, von denen noch keiner eingestellt wurde, vergehen weitere 2,5 bis 4 Jahre“, so Ralf Kusterer, der Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) in Baden-Württemberg.

Auf dem baden-württembergischen Landesdelegiertentag des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) wurde vor Personalmangel gewarnt – und das ist in der Politik wohl angekommen, wie man diesem SWR-Bericht entnehmen kann: Landesdelegiertentag der Kriminalbeamten: Strobl ruft „größte Einstellungsoffensive“ aus. Der Innenminister selbst hat darauf hingewiesen, dass »mehr als 50 Prozent der Kriminalbeamten 50 Jahre alt und älter (sind). Die Hälfte davon werde 2020 pensioniert. Diese Pensionierungswelle sei ein Mammutaufgabe und strapaziöse Herausforderung.«