„Intensivtäter“ – was sind das für (junge) Menschen?

Gefangen: Ein Jahr mit einem Bremer Intensivtäter – so der Titel einer Multimedia-Reportage, die vom Weser-Kurier in Bremen veröffentlicht wurde.

»Samir ist 18, als er viermal Menschen eine Waffe an den Kopf hält und Geld fordert. Samir ist Intensivtäter. Er ist einer von denen, für die manche schon viel früher härtere Strafen fordern. Wir haben Samir ein Jahr begleitet: im Gefängnis und auf den ersten Schritten zurück in die Gesellschaft.«

Auch von anderen Medien wurde das Thema „Intensivtäter“ aufgegriffen. So im Juli dieses Jahres vom Politikmagazin „Exakt“ (MDR-Fernsehen).

Es geht um den Beitrag „Mein Sohn, der Intensivtäter“: »Jens sitzt im Gefängnis. Seine eigene Mutter hat ihn angezeigt. Der 23-Jährige hat zahlreiche Straftaten begangen. Doch daraus lernen, das fällt ihm schwer. Die Mutter kämpft für seine Zukunft – auf ihre Art.«

»Jens sitzt im Gefängnis. Zwei Jahre und neun Monate hat er bekommen – für viele Straftaten. Einen Taxifahrer wollte er ausrauben, eine Tankstelle überfallen, in Lottoläden stehlen. Er war einer der Rädelsführer einer Kinder- und Jugendbande, die in Markkleeberg bei Leipzig monatelang für Unruhe sorgte. Ein Ende gab es erst, als seine eigene Mutter ihn bei der Polizei anzeigte … Jens ist kein Einzelfall. Vor allem in den Problemvierteln großer Städte steigt die Kinder- und Jugendkriminalität. In Leipzig nahm die Zahl der Täter unter 14 Jahren von 2015 auf 2016 um zwei Prozent zu. Die Zahl der 14- bis 18-Jährigen sogar um 10,5 Prozent … Spätestens Ende 2018 wird Jens entlassen. Ob er die Chance nutzt und während der Haft eine Ausbildung beginnt – dafür gibt es bis jetzt kaum Anzeichen. Im schlimmsten Fall beginnt nach seiner Entlassung alles von vorn. Für die Mutter ist der Kampf um ihren Sohn, den Intensivtäter, also noch lange nicht vorbei.«

Man kann das heikle Thema „Intensivtäter“ natürlich auch aus einer wissenschaftlichen Perspektive betrachten. Und zugleich vor dem Hintergrund der Frage, ob und welche kriminalpräventiven Ansätze es gibt, um zu verhindern, dass sich das verfestigt und die jungen Leute da nicht mehr rauskommen.

Dazu als ein Beispiel aus der Fachliteratur der Aufsatz von

➔ Maria Walsh (2017): Der Umgang mit jungen „Intensivtätern“. Ein Review zu kriminalpräventiven Projekten in Deutschland unter Wirksamkeitsgesichtspunkten, in: Zeitschrift für Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe, Heft 1/2017

»Der Beitrag beschäftigt sich mit kriminalpräventiven Projekten im Umgang mit jungen Mehrfachauffälligen. Dabei wird insbe- sondere auf Nachweise bezüglich der Wirksamkeit von Projekten im Sinne einer positiven Beeinflussung der Legalbewährung abgezielt.«